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Registriert: Mo 31. Dez 2012, 20:12
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Beitrag Verfasst: Sa 20. Aug 2016, 07:31 
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MH-Kornnattern hat geschrieben:
Solang im Tierschutzgesetz Nichts dementsprechendes abgeändert wird, oder mir persönlich eine Lebendfütterung seitens des Veterinäramtes oder eines Gerichtes untersagt wird, tangiert mich dieses Urteil mehr als nur peripher.
= es berührt Dich doch mehr als nur am Rande? ;)

Ein einzelnes Gericht kann keine Gesetze ändern. ;)
Faktisch steht im deutschen TSchG kein wörtlich eindeutiges Verbot der Lebendfütterung in Privathaltung (im Gegensatz zu den Schweizern!).

Aber es steht drin, dass keinem Tier vermeidbares Leid zugefügt werden darf (§1). Inwieweit das nun mit das Gebot der angemessenen Ernährung kollidiert (§2.1), ist wohl im Streitfall Auslegungssache. Was wiegt hier nun schwerer? Das Leiden der sterbenden Maus im Würgegriff bzw. nach einem Giftbiss oder die verlangte angemessene Ernährung des Terrarienpfleglings und in Folge dessen sein Leid bei unangemessener Ernährung? Pauschal kann man darauf keine Antwort geben. Schließlich ist es ja auch Quälerei und ein vermeidbares Leid, wenn man eine Schlange über Gebühr hungern lässt, weil sie kein Totfutter akzeptiert. Das kann man nur tierindividuell betrachten.

Die Frau aus München hat ihre Futtertiere aber auch schlecht gehalten, das kam natürlich noch "obendrauf". Daher wurde hier "zu Gunsten der Maus" entschieden.

Ein Grundsatzurteil mit Rechtsfolgen für alle anderen war das aber nicht.

LG
Seriva

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Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.
(Konfuzius)

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Registriert: Sa 8. Nov 2014, 17:45
Beiträge: 38

Beitrag Verfasst: Sa 20. Aug 2016, 10:05 
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Lebendverfütterungen von Wirbeltieren sind in der ganzen BRD bis auf sehr wenige, sehr stark reglementierte und vom Halter nachzuweisende Ausnahmen verboten .

Leider ist/war nur eine schweizer Version im Internet kostenlos verfügbar. Die ist aber mit der deutschen Gesetzgebung in diesem Punkt gleichlautend. https://recht.pogona.ch/3.1_Lebendfutter

Lebende Insekten sind, lt. TSchG, problemlos auch weiterhin zum Verfüttern erlaubt.
Lebewesen 2. Klasse sozusagen, da sie genau wie Gemüse schweigend sterben. ;)

Allein die Tatsache, dass mittlerweise alle zoologischen Gärten und Zoos in der BRD weitestgehend auf Lebendverfütterungen von Wirbeltieren verzichten, obwohl sie leicht alle Anforderungen erfüllen könnten, zeigt wie sensibel die Auslegung dieses Paragraphen zu sehen ist.
Alle noch notwendigen Lebendverfütterungen von Wirbeltieren finden jetzt dort auch außerhalb des Publikumsverkehrs statt.

Egal, ob in München oder z.B. in Kiel.
Auf das Münchener Urteil wird in zukünftigen, ähnlich gelagerten Verfahren garantiert Bezug genommen und die Hoffnung auf einen anders denkenden und "positiv gestimmten" Richter, würde ich da eher als sehr klein einstufen.

Vage Formulierungen von Paragraphen sind vll. Grauzonen im Gesetz, aber im Zweifelsfall auch gefährliche Fallen für den, der sie nutzt.
Wenn so etwas vor Gericht kommt, ist es mehr als unwahrscheinlich, dass der Tierhalter gerade gegen die klagende amtliche Behörde Recht zugesprochen bekommt.

Das kann richtig ins Geld gehen, denn auch Rechtschutzversicherungen übernehmen in derartigen Fällen eher selten die Kosten; für amtliche Strafgebühren ohnehin nicht.

Aber wo kein Richter, da ist auch kein Henker. Soll heißen, man muß ja nicht immer alles im Netz und/oder öffentlich breittreten..

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Registriert: Mo 25. Jul 2016, 09:22
Beiträge: 136
Wohnort: Wiesbaden

Beitrag Verfasst: Mo 22. Aug 2016, 09:25 
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Also wie ich merke habe ich da ein schönes Thema los getreten!! :lol:

Ich ziehe folgende Schlüsse aus dieser Diskussion.

1. Wird man in keiner Zoohandlung mehr lebend Futter bekommen!

2. Kann man sich Privat oder aus der eigenen Zucht Mäuse holen/züchten.

3. Falls es vor Gericht kommen sollte, zieht man als Halter den kürzeren falls man nicht hieb und stichfest beweisen kann, dass man das Tier nicht mit Frostfutter ernähren kann

4. Sieht man mal wieder wie bescheuert und absurd die Gesetzgebung ist!!!! :wallb:

Ich danke aber allen die sich an dieser Diskussion beteiligt haben :thanks:

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Registriert: Di 23. Sep 2014, 17:12
Beiträge: 326

Beitrag Verfasst: Mo 22. Aug 2016, 21:20 
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LoKi0612 hat geschrieben:
Also wie ich merke habe ich da ein schönes Thema los getreten!! :lol:

Ich ziehe folgende Schlüsse aus dieser Diskussion.

1. Wird man in keiner Zoohandlung mehr lebend Futter bekommen!

2. Kann man sich Privat oder aus der eigenen Zucht Mäuse holen/züchten.

3. Falls es vor Gericht kommen sollte, zieht man als Halter den kürzeren falls man nicht hieb und stichfest beweisen kann, dass man das Tier nicht mit Frostfutter ernähren kann

4. Sieht man mal wieder wie bescheuert und absurd die Gesetzgebung ist!!!! :wallb:

Ich danke aber allen die sich an dieser Diskussion beteiligt haben :thanks:



naja nicht ganz die richtigen Schlüsse ;-))

zu.1 erwachsene Mäuse wirst du immer in der Tierhandlung kaufen können da sie selbst als Haustier gehalten werden. Was du daheim mit der Maus machst ist dem Verkäufer meistens egal ;-)) Lebendige Babymäuse hingegen hast und wirst du in der Tierhandlung wegen diesem Gesetz nie bekommen und das sind genau die Mäuse die man meistens braucht weil oft die Jungtiere kein Frost annehmen möchten und nicht die Erwachsenen.

zu.2 aus dem selben Grund wie bei 1 ;-)) Mäuse werden als Haustiere gehalten und darum wird es auch immer Züchter geben. Wenn du Glück hast findest du sogar jemanden der dir lebendige Babymäuse verkauft.

zu. 3 Falls man vor Gericht kommt dann gehört man in den meisten Fällen auch vor Gericht. In diesem Fall gehörte die Dame vor Gericht. Wegen Ihrer Blödheit die Schlangen als Vorwand zu nehmen für ihre Unfähigkeit Tiere richtig zu halten! Damit hat sie es jedem schwer gemacht der lebend füttern muss oder es für richtig hält.

zu.4 Bescheuerte Gesetze gemacht für bescheuerte Menschen ;-))

Mit diesem Urteil bleibt trotzdem alles beim alten. Gib keinem die Möglichkeit dich anzuschwärzen und du kannst füttern was dein Tier fordert.

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Registriert: Mo 25. Jul 2016, 09:22
Beiträge: 136
Wohnort: Wiesbaden

Beitrag Verfasst: Di 23. Aug 2016, 07:42 
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DEEZNUTZ hat geschrieben:
naja nicht ganz die richtigen Schlüsse ;-))

zu.1 erwachsene Mäuse wirst du immer in der Tierhandlung kaufen können da sie selbst als Haustier gehalten werden. Was du daheim mit der Maus machst ist dem Verkäufer meistens egal ;-)) Lebendige Babymäuse hingegen hast und wirst du in der Tierhandlung wegen diesem Gesetz nie bekommen und das sind genau die Mäuse die man meistens braucht weil oft die Jungtiere kein Frost annehmen möchten und nicht die Erwachsenen.

zu.2 aus dem selben Grund wie bei 1 ;-)) Mäuse werden als Haustiere gehalten und darum wird es auch immer Züchter geben. Wenn du Glück hast findest du sogar jemanden der dir lebendige Babymäuse verkauft.

zu. 3 Falls man vor Gericht kommt dann gehört man in den meisten Fällen auch vor Gericht. In diesem Fall gehörte die Dame vor Gericht. Wegen Ihrer Blödheit die Schlangen als Vorwand zu nehmen für ihre Unfähigkeit Tiere richtig zu halten! Damit hat sie es jedem schwer gemacht der lebend füttern muss oder es für richtig hält.

zu.4 Bescheuerte Gesetze gemacht für bescheuerte Menschen ;-))

Mit diesem Urteil bleibt trotzdem alles beim alten. Gib keinem die Möglichkeit dich anzuschwärzen und du kannst füttern was dein Tier fordert.



DEEZNUTZ ja ich gebe dir vollkommen recht!!
Habe manche antworten etwas zu pauschalisiert :lol:

Wo kein Richter, da auch kein Hänker

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Beitrag Verfasst: Di 13. Dez 2016, 22:25 
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So .... um dem Ganzen nun die Krone aufzusetzen und das Thema abzuschließen, was das Münchener Urteil ergeben hatte:


Zitat:
(Quelle: Marco Bergmann => Bericht vom 03.11.2016 http://terrarianer.blogspot.de/2016/11/urteil-verfuttern-von-lebenden-mausen.html )
Fazit:
Es ist wichtig anzumerken, dass das Verwaltungsgericht München nur über diesen Einzelfall entschieden hat. Das Urteil ist – entgegen der Freudenparolen der Tierrechts-Ideologen – nicht allgemeingültig, da es nicht von höchster Instanz kommt! Alle anderen Schlangenhalter dürfen auch in Zukunft grundsätzlich lebende Nager verfüttern. Problematisch wird es erst, wenn das zuständige Veterinäramt diese Praxis als tierschutzwidrig bewertet und ein solcher Streitfall vor Gericht landet. Es ist gut möglich, dass die Gerichte in vergleichbaren Einzelfällen ähnlich urteilen, wie das VG München. Trotzdem handelt es sich um kein Grundsatzurteil höchster Instanz zumal auch die Möglichkeit besteht, dass Gerichte zu abweichenden Urteilen gelangen. Das jeweils urteilende Gericht muss die §§ 1, 17 und 18 TierSchG (einem Tier darf kein vermeidbares Leid zugefügt werden) gegen den § 2 TierSchG (ein Tier muss seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt werden) abwägen, daher sind unterschiedliche Ausgänge durchaus denkbar.

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